Marc Dreyer - DRK Uelzen
Marc Dreyer - DRK Uelzen

Zwischen Quartierscafé und Kreativität: Helenas Weg beim DRK

Dank ihres Bundesfreiwilligendienstes beim DRK Uelzen entdeckte Helena Rogosch, welche berufliche Richtung sie gehen möchte.

Nach der Schule stand ich – wie wahrscheinlich viele andere auch – vor der großen Frage: Wie geht es jetzt eigentlich weiter? Ich wollte zunächst praktische Erfahrungen sammeln, neue Einblicke bekommen und herausfinden, welche berufliche Richtung zu mir passen könnte. Deshalb habe ich mich für einen Bundesfreiwilligendienst im Mehrgenerationenhaus Uelzen des Deutsches Rotes Kreuz entschieden.

Im Mehrgenerationenhaus kommen Menschen unterschiedlichen Altersgruppen zusammen, tauschen sich aus und nehmen an verschiedenen Angeboten teil. Die Idee dahinter hat mir von Anfang an gut gefallen, und ich war gespannt darauf, ein Jahr lang Teil dieser Einrichtung zu sein.

Meine ersten Wochen verliefen allerdings etwas anders als geplant, was sich im Nachhinein aber als Glücksfall herausgestellt hat. Die Küche des Hauses wurde gerade umgebaut, weshalb ich zunächst in der Verwaltung eingesetzt wurde. Dort wurde ich von einer Kollegin, die damals noch als Praktikantin im Haus tätig war, eingearbeitet und bekam erste Einblicke in organisatorische Abläufe. Besonders spannend fand ich die Arbeit rund um Öffentlichkeitsarbeit und Marketing des Quartiers. Es ging zum Beispiel darum, Informationsmaterialien zu gestalten oder Aktionen zu planen, mit denen Angebote bekannter gemacht werden. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, wie wichtig diese ersten Wochen später für mich sein würden.

Nachdem der Umbau der Küche abgeschlossen war, wechselte ich in den Bereich, in dem ich ursprünglich eingesetzt werden sollte: die Cafeteria und die Küche des Mehrgenerationenhauses. Dort half ich bei der Vorbereitung von Speisen, unterstützte im Küchenalltag und beim Eindecken von Tischen für Veranstaltungen im Quartierscafé. Das Quartierscafé ist ein wichtiger Treffpunkt im Haus, an dem viele Besucherinnen und Besucher zusammenkommen.

Der Küchenalltag hat mir schnell gezeigt, dass dort ein ganz eigenes Tempo herrscht. Zwischen Töpfen, Tellern und Essenszeiten kann es schon einmal hektisch werden. Für mich war das eine neue Erfahrung, an die ich mich erst gewöhnen musste. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass dieser Bereich nicht ganz meinen persönlichen Stärken und Interessen entspricht. Besonders der fehlende Austausch mit den Gästen hat mir gefehlt, da ich mir vorgestellt hatte, mehr mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

Hektik zwischen Töpfen und Tellern

Mit der Zeit wurde mir immer klarer, dass ich mich in diesem Bereich nicht wirklich langfristig sehe. Also habe ich schließlich den Mut gefasst, meine Situation anzusprechen und nach einer anderen Möglichkeit zu fragen. Zum Glück wurde mein Anliegen ernst genommen. Ich bekam die Chance, in die Verwaltung zu wechseln und dort im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für das Quartier mitzuarbeiten.

Dieser Wechsel war für mich eine große Erleichterung und gleichzeitig eine spannende neue Erfahrung. In der Verwaltung konnte ich bei verschiedenen organisatorischen Aufgaben unterstützen und Einblicke in die Planung von Veranstaltungen und Projekten bekommen. Besonders viel Spaß hat mir die Mitarbeit an Werbemitteln gemacht. Dabei ging es zum Beispiel um Flyer, Plakate, Instagram Beiträge oder andere Materialien, mit denen Veranstaltungen und Angebote des Mehrgenerationenhauses bekannt gemacht werden. Ich durfte teilweise auch eigene Ideen einbringen und bei der Gestaltung mitwirken.

Dabei habe ich gemerkt, wie interessant es sein kann, Informationen visuell aufzubereiten. Welche Farben passen zusammen? Wie sollte ein Layout aufgebaut sein, damit Menschen gerne hinschauen und die Inhalte schnell verstehen? Genau solche Fragen haben mich plötzlich sehr beschäftigt und gleichzeitig motiviert.

Kreativität motivierte

Je mehr ich in diesem Bereich arbeiten durfte, desto mehr habe ich gemerkt, wie viel Freude mir kreative Aufgaben machen. Dadurch habe ich angefangen, mich intensiver mit dem Beruf der Mediengestalterin zu beschäftigen. Besonders spannend finde ich die Mischung aus Kreativität und Struktur, die dieser Beruf mit sich bringt. Mein Bundesfreiwilligendienst hat mir damit nicht nur Einblicke in eine soziale Einrichtung gegeben, sondern mir auch geholfen, eine mögliche berufliche Richtung zu entdecken.

Ein weiterer Bestandteil meines Bundesfreiwilligendienstes waren die begleitenden Seminare. Diese habe ich besonders positiv erlebt. Dort hatte ich die Gelegenheit, andere Freiwillige kennenzulernen und mich mit ihnen über unsere Erfahrungen auszutauschen. Da alle in unterschiedlichen Einsatzstellen gearbeitet haben, konnte man viele verschiedene Perspektiven kennenlernen. Für mich waren die Seminare eine schöne Abwechslung zum Arbeitsalltag und ein Teil des Bundesfreiwilligendienstes, den ich sehr gerne in Erinnerung behalten werde.

Auch wenn mein Bundesfreiwilligendienst nicht immer ganz so verlief, wie ich es mir am Anfang vorgestellt hatte, habe ich in dieser Zeit viel gelernt. Ich habe gemerkt, wie wichtig ein gutes Arbeitsklima ist und wie sehr es den Alltag beeinflussen kann. Gleichzeitig habe ich gelernt, meine eigenen Interessen ernster zu nehmen und offen anzusprechen, wenn etwas nicht passt.

Rückblickend war mein Bundesfreiwilligendienst deshalb eine wichtige Erfahrung für mich. Besonders der Wechsel in die Verwaltung hat mir neue Perspektiven eröffnet. Die Arbeit im Marketing und die Gestaltung von Werbemitteln haben mir gezeigt, wie viel Freude mir kreative Aufgaben machen. Genau deshalb bin ich trotz aller Herausforderungen froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Sie hat mir geholfen, meine Interessen besser zu verstehen und mutiger meinen eigenen Weg zu verfolgen – vielleicht ja bald im Bereich Mediengestaltung.“

Interesse am Bundesfreiwilligendienst beim DRK?

Hier gibt’s alle Infos